Tanzen bei Tüttelmann (aus den Ruhr Nachrichten vom 14.06.08) Bibliothek lädt ein ein: Eving in den 60ern / Hula
Hoop und Kohlenstaub
Eng umschlungen tanzt das frisch verliebte Paar zu
Roy Blacks Schmuselied „Ganz in Weiß“. Auch die Hollies drücken mit „He aint
heavy, he‘s my Brother“ auf die Tränendrüsen. Und wer kennt nicht das Gekreische
der Mädels aus den 60ern, wenn die Beatles die Bühne betraten? Genau diese Zeit lässt die Bibliothek Eving am
Samstag (28. Juni) wieder aufleben. „Hula Hoop und Kohlenstaub – Eving in den
60ern“ heißt die Veranstaltung.Lesung Mit im Boot
ist der Evinger Geschichtsverein mit einer Bilderausstellung und einem
Dia-Vortrag von Klaus Berger. „Wir Kinder der 60er und 70er Jahre“ lautet der
Titel des Buches von RN-Redakteur Oliver Volmerich, der um 18.30 Uhr liest. Und
ab 19 Uhr geht auf der Dachterrasse der Bibliotkek die Post ab mit der Band Juke
Box, die eben diese Hits aus den 60ern spielt. Nicht zu vergessen die
Freiwillige Feuerwehr, die dafür sorgt, dass die Besucher nicht hungern und
dürsten. Eving früher: Geprägt natürlich von der Zeche
Minister Stein. Die Menschen erholen sich in ihren Schrebergärten, die Kneipen
florieren. Das Hallenbad wird gebaut, immer mehr Geschäfte eröffnen. Im
Stadtwaldrestaurant Grävingholz und bei Malepatus an der Evinger Straße, im
Lokal Zur Sonnenseite oder bei Tüttelmann an der Bergstraße trifft man sich zum
Tanzen. Ulrich Kneisel, Willi Berger und Manfred Schlüter erinnern sich gut
daran und auch an die Blütezeit von Minister Stein bis zur
Schließung. Alte Zeiten Sie
sehnen die alten Zeiten nicht mehr herbei, „denn aus dem Dreckloch Eving ist ein
lebenswerter Stadtteil geworden, der sich nicht verstecken muss“, sagt Ulrich
Kneisel. Aber er und seine Kollegen blicken trotzdem mit strahlenden Augen und
vielen Anekdoten zurück: „Damals lagen die Menschen in den Fenstern. Jeder
kannte jeden.“ Einige werden sich am Samstag (28.6.) auf der Dachterrasse
wiedertreffen, neue werden hinzukommen. „Eine Themenveranstaltung wie diese machen wir zum
10. Mal“, sagt Bibliotheksleitern Edda Benthaus. Und immer kamen rund 200
Besucher. „Beim Schottischen Abend im vergangenen Jahr waren es sogar noch weit
mehr“, erinnert sich Dorothee Lindemann-Güthe, Geschäftsführerin des
Stadtbezirksmarketings, das, wie die Sparkasse und das Kulturbüro, die Aktion
unterstützt. Vor dem Haus am Evinger Platz 2-4 stimmt ein Oldtimerbus des
Evinger Reisebüros die Gäste ein.
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