|
Seite 13 von 13 Ruhr Nachrichten 11.11.06 | Am Abhang des Externberges | | | 
| | | Evinger Kulturverein auf den Spuren der Ortsgeschichte EVING Wir schreiben das Jahr 1220. In einer Vogteirolle des Grafen Friedrich von Altena-Isenberg taucht erstmals „Evenecke“ auf. Was einst eine Bauernschaft bezeichnete, sollte 700 Jahre später unter anderem Namen das Industriezeitalter prägen: Eving.Pünktlich um 19 Uhr verstummten die letzten Unterhaltungen in der Geschichtswerkstatt im Wohlfahrtsgebäude am Nollendorfplatz, und rund 40 Zuhörer saßen wie gebannt auf ihren Stühlen, um dem Vortrag von Volker Schacke zu lauschen. Schacke ist stellv. Vorsitzender des Geschichts- und Kulturvereins und hatte an diesem Abend zu einem besonderen Referat zum Thema „Wie ist Eving und sein Name entstanden“ eingeladen. B 54-Siedlung. Dazu ist ein Blick in die Dortmunder Geschichte notwendig: Im 8. Jahrhundert war Dortmund vor allem durch den Handel geprägt. Neben dem Hellweg als wichtigster Handelsstraße war eine weitere Verbindung vom höher gelegenen Süden bis zur Lippe im Norden von größter verkehrlicher Bedeutung: die heutige B 54. Dort, wo sich die beiden wichtigsten Handelsstraßen trafen – im heutigen Stadtkern – ließen sich die Menschen nieder, die direkt oder indirekt vom Handel profitierten. Es entstanden erste Siedlungen. Doch schon bald wurde der Platz für die Menschen zu knapp und sie siedelten sich entlang der heutigen „Evinger Straße“ (B 54) in nördlicher Richtung an.So wuchs im landwirtschaftlich geprägten Dortmund des Mittelalters durch Ansiedlung vieler Gutshöfe nördlich des Stadtkerns die Bauernschaft Eving. Doch wie genau entstand eigentlich der Name „Eving“? Die ersten Aufzeichnungen betitelten den Ort als „Evenecke“, „Evenicke“ oder „Evenacke“. „Der Name ist durch die Geografie des Ortes geprägt“, erläutert Volker Schacke. So hat das Wort „Necke“ seinen Ursprung in der Bezeichnung von „Höhe“. „Eve“ wiederum leitet sich von „Ebbe“ ab, was im altdeutschen für „Abhang“ steht. „Evenecke“ beschreibt also die Lage Niederevings: Eine Ortschaft am Abhang einer Höhe – diese Höhe ist heute als Externberg bekannt. Zusammen mit den 70 Mitgliedern des Geschichts- und Kulturvereines trifft sich Volker Schacke einmal im Monat, um gemeinsam die facettenreiche Geschichte Evings zu erkunden. Während seines fast 14-jährigen Bestehens hat der Verein bereits ein eigenes kleines Archiv angesammelt, um das Wissen für die Nachwelt zu erhalten. Für Schacke noch lange kein Grund aufzuhören: „Es ist einfach spannend, die Geschichte seiner Heimat zu erforschen.“ phip » www.geschichtsundkulturverein-eving.de |
<< Anfang < Vorherige 11 12 13 Nächste > Ende >> |